HP Microserver Gen8 (VMware, OpenMediaVault, Sophos UTM)

Mein HP Microserver NL40 ist nun schon etwas in die Jahre gekommen. Zeit also, sich um einen Nachfolger zu kümmern.

Mit der neuen Hardware möchte ich sowohl meinen auf dem N40L befindlichen OpenMediaVault, als auch meine mittlerweile zu langsame Sophos UTM120 ersetzen. Dies alles soll unter VMware ESXi passieren.

Alternativ wäre es (zumindest theoretisch) auch möglich gewesen, OpenMediaVault „auf dem Blech“ zu installieren und die Sophos UTM unter Virtualbox. Diese Lösung kann funktionieren, muss es aber nicht (Sophos listet Virtualbox nicht als unterstützte Plattform auf). Charmant wäre dies allenfalls gewesen, weil die Laufwerke unter Linux wohl im AHCI Betrieb möglich gewesen wären.

Leider hat der Server nur einen freien PCIe Slot und 2 onboard NIC’s (die ILO zählt hier nicht) – deshalb musste ich mich zwischen zwei Szenarios entscheiden:

  • RAID-Controller in den PCIe Slot und die fehlenden NIC’s per VLAN auf einem externen Switch nachbilden
  • die fehlenden NIC’s nachrüsten und den RAID-Controller durch Software-RAID im OpenMediaVault nachbilden.

Nach langem Hin und Her habe ich mich für die zweite Variante entschieden. Diese ist kostengünstiger und im Betrieb anschließend noch gut darstellbar. Die Schreibperformance im OMV-Betrieb ist auch noch gut ausreichend.

Hardware:

Neben der bekannten Hardware habe ich folgende deshalb Komponenten nachgerüstet:

  • 2 x 8GB ECC RAM Kingston
  • 4 x HGST Deskstar NAS 3TB 6Gb/s SATA 7200rpm
  • Netzwerkkarte PCIe HP NC360T (ich brauche 3 NIC’s für
  • 16 GByte MicroSD
  • 60GB SSD (Altbestand)
  • Stromadapter 3.5″ -> SATA (DeLock)

Hardware-Installation:

RAM, HDD-Einbau, SD-Karte und der Einbau der NIC dürfte selbsterklärend sein.

Die SSD habe ich am Platz des optischen Laufwerkes eingebaut, die Stromversorgung übernimmt der 3.5″ Stromanschluss mit Hilfe eines Adapters.

Sowohl die SSD als auch jedes der vier HDD-Laufwerke sind jeweils EINZELN am RAID-Controller B120i als RAID0 konfiguriert. Gerne hätte ich die Laufwerke im AHCI-Modus des Controllers angesteuert, was aber unter VMware nicht richtig funktioniert. Ebenso gibt es Performance-Probleme mit dem RAID-Treiber unter VMware, weshalb ich den Treiber nach der ESXi Installation auf eine Vorgängerversion downgegradet habe.

Software-Installation:

VMware’s ESXi (Free) lässt sich wie gewohnt installieren, als Installationsziel habe ich die Micro-SD Karte gewählt. Wichtig ist, den Installer von der HP-Homepage zu verwenden (dann sind auch gleich alle Treiber u.a. für die ILO-Karte mit dabei).

Alle Hardware wird fehlerfrei erkannt und kann wie gewohnt in Betrieb genommen werden – mit Ausnahme des RAID-Treibers:

RAID-Treiber downgraden:

Die RAID-Treiber mit den Versionen 090 und 092 sollten vermieden werden und auf eine „pre-090″er Version downgegradet werden.

Zunächst muss einmal der korrekte Treiber heruntergeladen und z.B. mittels der datastore-Browsers auf den ESX kopiert werden.

Mit den folgenden Befehlen wird zunächst der „defekte“ Treiber entfernt und die Vorgängerversion (welche zuvor heruntergeladen wurde) installiert. Ggf. sind virtuelle Maschinen zuerst zu stoppen und der Host in den Wartungsmodus zu versetzen.

esxcli software vib remove -n Hewlett-Packard:scsi-hpvsa
esxcli software vib install 
  --viburl=/vmfs/volumes/DATASTORE/scsi-hpvsa-5.5.0-88OEM.550.0.0.1331820.x86_64.vib

Dieses Vorgehen hat natürlich Auswirkungen:

  • Der Platten-I/O ist wesentlich besser geworden
  • Der Treiber wird von VMware nicht mehr unterstützt, wer also das System irgendwie richtig produktiv einsetzen möchte, sollte spätestens an dieser Stelle „umdrehen“.
  • Mit jedem VMware Update wird der Treiber möglicherweise überschrieben.

Resümee:

Selbst mit dem kleinen Celeron ist der Microserver Gen8 in der Lage, eine virtuelle Infrastruktur zur Verfügung zu stellen – zumindest für den Test- oder Heimbetrieb. Für einen relativ geringen Preis bekommt man Serverhardware (Dauerbetrieb, Management mittels ILO), ein Eigenbau lohnt hier kaum.

Limitierend können hier der maximale RAM-Ausbau auf 16GB und der kaum nutzbare (Fake)RAID-Controller genannt werden.

Sicherlicht interessant ist die Möglichkeit, zumindest eine weitere PCIe Karte einbauen zu können, sowie auch später ein CPU-Upgrade durchführen zu können. Letzteres steht noch auf meiner Roadmap.

Der ESXi 6.x läuft nun seit mehreren Wochen stabil, die VM’s zeigen keinerlei Auffälligkeiten. Selbst die UTM funktioniert prächtig.

Fazit: empfehlenswert!

In einem späteren Artikel werde ich noch genauer über die Anpassungen für den ESXi eingehen.

 

 

 

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3 Kommentare.

  1. Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Gibt es denn einen Unterschied im Bezug auf Lese- und Schreibgeschwindigkeit zw. OMV (direkt auf dem Blech installiert) bzw. alternativ OMV virtualisiert via ESXi 6.x??

    • Den OMV habe ich virtualisiert am Laufen, die Performance lässt nichts zu wünschen übrig. Direkt auf dem Blech habe ich es nicht ausprobiert, da für mich von Anfang an fest stand, OMV neben anderen virtuellen Maschinen zu betreiben.
      Ein GBit-Netzwerk kann die VM zumindest nicht ausreizen.

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