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CSI:Unglaubwürdig (VII)

Stellvertretend für alle „Vergrößerungsfehler“ hier vielleicht einer der schönsten, dargestellt in der CSI Folge „Rückkehr eines Killers?“ S9E09.

Greg hat im Internet ein Video gefunden, auf welchem zwei Mordverdächtige zu sehen sein sollen – auf einem Rock-Konzert. Geschickt und klug, wie die Ermittler nun einmal sind, lässt er sich den Ausschnitt vergrössern, um das Logo der Basecaps zu erkennen.

Schön, wie die Supercomputer der Ermittlungsbehörden in der Lage sind, aus einem verpixelten Video in YouTube Qualität einen Ausschnitt in Megapixel-Qualität zu saubert – aber seht selbst.

Hier die drei Bilder – das erste zeigt das Übersichtsbild an, aus dem zweiten wurde dann der im dritten Bild abgebildete Ausschnitt errechnet:

CSI:unglaubwürdig (II)

CSI:Miami (Season 9, Episode 7 – Am Haken)

Horatio Caine unterhält sich mit einem Verdächtigen, während er aus dem Augenwinkel ein Mündungsfeuer sieht. 3 Sekunden später wird das Fenster von der ersten Kugel durchschlagen, weitere Projektile folgen in kurzen Abständen mit hoher Präzision. Später erfährt man, dass das Gewehr aus einem Wasser-Rohr als Lauf, einem Türscharnier als Hahn sowie weiteren Utensilien von einem Laien selbst zusammengebaut wurde.

Unglaubwürdig erscheinen in diesem Zusammenhang zumindest die folgenden Faktoren:

  1. Aus der geschätzten Entfernung von ca. 300 Metern ist es einem ungeübten Schützen selbst mit einer Präzisionswaffe und Zielfernrohr kaum möglich, mit dieser Genauigkeit zu schießen (zwei Einschüsse in wenigen cm Abstand). Von einem Gewehr mit Wasserrohr-Lauf und ohne Einschiessen ganz zu schweigen.
  2. Es fallen mehrere (mindestens zwei) Schüsse kurz hintereinander. Die selbst gebaute Waffe hat aber kein Magazin oder zwei Läufe und ein Patronenwechsel dauert mehr als ein paar Sekunden.
  3. Die verwendete Munition (5.56 / Remington .223) hat eine Austrittsgeschwindigkeit von mehr als 900 m/s. Bei einer Zeitdifferenz zwischen Mündungsfeuer und Einschlag von 2-3 Sekunden hätte der Schütze also unglaubliche 2-3 km entfernt stehen müssen.

CSI:unglaubwürdig

Zugegeben, ich schaue die CSI Folgen wirklich gerne an. Kurzweilig, oft spannend aber manchmal auch haarsträubend. An dieser Stelle möchte ich immer wieder mal einige Stellen im CSI-Universum vorstellen, die einfach so nicht hinhauen.

An die Thematik, dass die CSI-Leute in der Lage sind, aus Überwachungskameras eine Bildqualität zu zaubern, die dem Hubble-Teleskop in nichts nachsteht hat man sich ja mittlerweile gewöhnt. Aber es haben sich natürlich auch jede Menge anderer Fehler eingeschlichen, die ich hier vorstellen möchte:

CSI:NY (Folge 142, Staffel VII – Ihr letzter Chat)

Adam Ross hängt mal wieder in einem Video-Chat und muss mit ansehen, wie die hübsche französische „Gegenstelle“ (in die sich Adam gleich verschaut hat) von einem maskierten Mann ermordert wird. Natürlich fällt es dem CSI-Team leicht herauszufinden, wo der Tatort liegt – aber genausoleicht fällt es dem Mörder, die Identität des letzten Chat-Partners herauszufinden. Klar, der Täter ist IT-Spezialist. Aber wie er mittels dieses Zitates auf den Aufenthaltsort des Zeugen schliessen kann, wird er wohl nochmal erklären müssen:

Auf dem Bild sieht man eine Netzwerkadresse, welche aus vier Zahlenkombinationen (durch Punkte getrennt) angegeben wird. Allerdings ist der Zahlenbereich dieser vier Zahlen (man spricht von Oktetten) auf 0-255 festgelegt (also jeweils 8bit – deshalb auch Oktett). So kann dies also nie und nimmer eine Netzwerkadresse sein. Zweiter Fehler: An hand der ersten beiden Zahlen (hier die 172.16) kann man erkennen, dass es sich um einen Privaten IP-Adress-Bereich handelt – der so niemals ins Internet kommt. Also hätte der Mörder (wenn ihm nicht der erste Fehler unterlaufen wäre) wohl versehentlich eine Adresse aus seinem eigenen Netzwerk notiert …

Ermittlungsverfahren gg. Sie

Klar ein Fake, ein besonders blöder noch dazu – alleine schon, dass es sich bei der im Ermittlungsverfahren gegen mich ermittelte IP-Adresse um keine solche handelt … aber hier mal die Mail im Ausschnitt:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Universal Pictures International Germany GmbH an.
….
Aktenzeichen: 395 Js 513/90 Sta Stuttgart
Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 161.277.165.25
Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 79
Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 028

Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 18.08.2011 sicher und unkompliziert
mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.ukash.com/de

Nachdem Sie den Ukash oder Paysafecard* Voucher gekauft haben, schicken Sie die 16 oder 19 stellige Voucher Nummer an unsere email Adresse mit der eingabe ihrer Aktenzeichen.
Email: info@apw-anwaelte.info

Einfach nur doof – Schreibfehler, falsche IP-Adressen und obendrauf auch noch eine Webseite, die gar nicht funktioniert.

128GB USB Stick für weniger als 20EUR ?

Zu schön, um wahr zu sein – bei eBay gab es ein Sofort-Kauf-Angebot für einen Kingston 128GB USB Stick. Neu, verpackt, versandkostenfrei und aus China – für 22,99 US$.

Klar, eigentlich sollte man wissen, das man dafür keinen USB-Stick bekommt, vielleicht 16GB aber nicht mehr. Egal, ich hab’s ausprobiert und mir das gute Stück ersteigert. Dann noch schnell per Paypal zahlen und 10-15 Tage warten …

… oder bis zum nächsten Tag, als das Angebot beendet wurde und der Artikel bei eBay nicht mehr verfügbar ist. Musste ja so kommen …

Jetzt bin ich mal gespannt, was passiert. Am Ende werde ich die Ware ziemlich sicher nicht bekommen und genauso sicher den Käuferschutz bei PayPal beantragen.

Update vom 21.6.:

Der Verkäufer hat sich doch glatt bei mir gemeldet. Grund für die Löschung der Auktion sei gewesen, dass eBay den Verkäufer bezichtigt hat, Plagiate zu verkaufen – jetzt bin ich noch mehr gespannt, als zuvor, da mit versichert wurde, dass ich die ersteigerte Ware bekomme.

Update vom 5.7.:

Kaum zu glauben – ich hatte heute Post aus China! Der Stick ist gekommen. Bevor ich ihn jedoch auspacke, werde ich die Verpackung genau fotografieren. Auf den ersten Blick sieht er original aus! Bin gespannt …

Weiteres Update von heute:

OK, war ja schon vorher klar, es war ein fake. In der Tat hatte der Stick 1GB Kapazität, nicht die „versprochenen“ 128GB. Die Verpackung machte aber schon einen professionellen Eindruck, spätestens aber, als ich die Aluteile des Gehäuses abstehen und unsauber eingepasst sah, war es mir doch schon klar, 12EUR zu viel ausgegeben zu haben.

Gebprüft habe ich den Stick mittels h2testw vom Heise Verlag.

Mal schauen, ob man über den PayPal Käuferschutz was machen kann.